Baujahr 1972
Eigentlich sollte der Bundesrat schon längst entschieden haben, ob das AKW Mühleberg nach 2012 weiterlaufen darf oder nicht. Die befristete Betriebsbewilligung des zweitältesten Atommeilers der Schweiz läuft nämlich am 31. Dezember 2012 aus – und die BKW als Besitzerin verlangt allen Rissen am Kernmantel und am Reaktordruckbehälter zum Trotz eine unbefristete Betriebsbewilligung. Dagegen gingen 1900 Einsprachen ein, wobei die BKW den Einsprecherinnen und Einsprechern mit dem Segen des Bundesamtes für Energie die Antwort schuldig bleiben durfte, wie sicher das AKW Mühleberg, das am 6. November 1972 zum ersten Mal Strom lieferte, eigentlich ist.
Nun will der Bundesrat dem Vernehmen nach noch die Volksabstimmung vom 29. November in der Waadt abwarten. Dort hat sich eine Allianz aus Linken und Grünen durchgesetzt und erreicht, dass über die Stellungnahme des Kantons zur Betriebsbewilligung in einer Volksabstimmung entschieden wird.
Ob Waadtländer Stimmbevölkerung oder Bundesrat: ein paar Entscheidungshilfen können nie schaden. Der Energie- und Umweltblog ist tief in die Archive gestiegen und hat nach Geräten gesucht, die mit dem AKW Mühleberg eines gemeinsam haben: das Baujahr 1972.
Telefoniert wurde 1972 noch mit Wählscheibe. In Sammlerbörsen im Internet liest man dazu häufig, sie wiesen «keine Risse oder Beschädigungen» auf.
Wer zu einer kleinen, finanzkräftigen Minderheit gehörte (in Deutschland waren das im Jahr 1972 nur rund 12 000 Personen), konnte sich in den Wagen ein Autotelefon einbauen lassen. Zum Herumtragen waren die Geräte zu schwer und zu unhandlich.
Auch die privaten Fortbewegungsmittel der frühen 70er-Jahre sind heute auf den Strassen immer noch gern gesehen – auf Oldtimer-Ausfahrten.
Anlagen mit vielen Knöpfen gab es 1972 nicht bloss in Mühleberg, sondern auch im Wohnzimmer.
Der neuste Stand der Technik wurde selbstverständlich auch in Sachen Computer in Mühleberg eingebaut. Für Heimanwender mit dickem Portemonnaie sah dieser beispielsweise so aus.
Für weitere Entscheidungshilfen, lieber Bundesrat, liebe Waadtländerinnen und Waadtländer, fragen Sie einen pensionierten Elektromonteur oder Thomas Edison.
Kennen Sie weitere technologische Wunderwerke mit Baujahr 1972? Posten Sie einen Link als Kommentar oder mailen Sie an thomas.angeli [at] beobachter.ch
Beznau: Aufs Geratewohl repariert
Auf eine automatische Schnellabschaltung eines AKWs folgen ebenso automatisch Beteuerungen der Betreiber und des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi), dass man alles unter Kontrolle habe.
Nach zwei Schnellabschaltungen des Reaktorblocks 2 des AKWs Beznau innert neun Tagen kommen daran Zweifel auf. Die Worte von Axpo-Sprecher Roland Keller im DRS-1-Regionaljournal Aargau-Solothurn zeigen, dass man bei der ersten Schnellabschaltung vom 26. Oktober der Ursache nicht auf den Grund ging. Wörtlich sagte Keller : «Bei der ersten Abschaltung haben wir die Elektronik ausgetauscht, weil wir den Fehler in der Elektronik vermutet haben. Jetzt haben wir das Ganze analysiert und den Fehler gefunden. Es handelt sich um eine Ventildichtung, die wir jetzt auswechseln.»
Bei der ersten Abschaltung wechselte man also – mit dem Segen der Aufsichtsbehörde – in der hochkomplexen Anlage aufgrund einer blossen Vermutung einen Elektronikbaustein aus. Tage später stellte man dann nach der zweiten Schnellabschaltung fest, dass der Fehler ganz woanders lag.
Dass man der Sache selber nicht recht traute, zeigt auch die Aussage von Ensi-Sprecher Anton Treier. Er erklärt, das AKW Beznau habe nach der ersten Abschaltung «diverse Instrumentierungen angebracht, um einen Defekt bei einem allfälligen Wiederauftauchen näher eingrenzen zu können».
Beunruhigendes ergeben auch weitere Recherchen des Beobachters: Bei den gleichen Anlageteilen, den Speisewasserleitungen zu den Dampferzeugern, trat schon im August 2007 ein Defekt auf, der einen Notstopp einleitete.
AKW Beznau: Haarspalterei zum Jubiläum
Beim AKW Beznau 2 ist innerhalb von neun Tagen gleich zweimal ein Ventil eines Dampferzeugers ausgefallen, was zu einer automatischen Schnellabschaltung führte. Was AKW-Betreiber und die Aufsichtsbehörde Ensi verschweigen: Schon 2007 musste Beznau 2 wegen Problemen mit einem Dampferzeugerventil notfallmässig abgeschaltet werden.
Zwei Schnellabschaltungen innerhalb von neun Tagen musste die Axpo als Betreiberin des AKWs Beznau dem Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) melden. In zwei Medienmitteilungen vermeldete darauf das Ensi, «bei der Regelung des Speisewassers im nicht nuklearen Teil von Block 2» sei eine Störung aufgetreten: «Diese führte in den Dampferzeugern zu einem niedrigeren Wasserstand, wodurch eine automatische Schnellabschaltung des Reaktors ausgelöst wurde.»
Wer in der Geschichte der Schnellabschaltungen in Beznau bloss etwas mehr als zwei Jahre zurückblättert, stösst auf ein praktisch identisches Ereignis: Am 10. August 2007 war beim Herunterfahren des Reaktorblocks 2 in Beznau eine Schnellabschaltung ausgelöst worden, «weil der Wasserfüllstand auf der Sekundärseite eines Dampferzeugers zu hoch anstieg», wie die Aufsichtsbehörde damals in ihrem Jahresbericht meldete.
Frage deshalb an Ensi-Mediensprecher Anton Treier: Handelt es sich um eine Störung am gleichen Teil der Anlage?
PDF-Dokumentation: Was der Beobachter fragte – und was Ensi-Sprecher Anton Treier antwortete
Ein Viertelherz für Kaffeetrinker
Kann man frühmorgens schon vor dem ersten Schluck Kaffee ein gutes Gewissen haben? Ja, vermeldet das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Medienmitteilung pünktlich zum «Energy Day 09». Ab sofort, so die frohe Botschaft, würden nebst Geschirrspülern, Waschmaschinen. Kühlschränken und Autos auch Kaffeemaschinen mit einer Energieetikette gekennzeichnet. Vorbei also die Zeiten, als man den Tag mit einem schlechten Gewissen begann, weil das lebenswichtige Haushaltgerät die ganze Nacht fleissig und mit viel Strom das Wasser nah am Siedepunkt gehalten hatte. Ab sofort kann jeder und jede Koffeinjunkie beim Kauf einer neuen Kaffeemaschine auf den ersten Blick erkennen, wie effizient diese arbeitet. «Energiebewusst geniessen» sei nun möglich, verspricht das BFE.
Wer sich nun freut, dass er sich künftig nur noch wegen der Aluverpackung des Kaffeepulvers ein klein wenig als Umweltsünder fühlen muss, tut dies zu früh. Ganz am Schluss der Medienmitteilung vermeldet das BFE nämlich, dass die Etikette vorerst nur «auf freiwilliger Basis» eingeführt werde, bis ein europäischer Standard vorliege.
Eine Deklaration auf freiwilliger Basis? Das hatten wir doch schon einmal. Als die Energieetikette im Jahr 2002 für Haushaltgeräte wie Kühlschränke und Geschirrspüler einführte, stellten Konsumenten- und Umweltschutzorganisationen nach einem knappen Jahr fest, dass nur rund die Hälfte der Geräte korrekt deklariert waren. Erst die Einführung des Obligatoriums verbesserte die Situation, und selbst dies nur schleppend.
«Damit die Etikette etwas bringt, muss sich obligatorisch sein, und es braucht zwingende Mindestanforderungen an die Geräte», erklärt der Zürcher Energieberater Conrad U. Brunner, Mitglied der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (SAFE). Die freiwillige Etikette für Kaffeemaschinen sei keine halbherzige Lösung, sondern «bestensfalls eine viertelherzige. Ein halbes Herz hat immerhin eine Kammer, die funktioniert.»
Klimaforscher Reto Knutti: «Es ist nicht alles verloren, wenn Kopenhagen scheitert»
ETH-Klimaforscher Reto Knutti sieht der Welt-Klimakonferenz nicht mit übermässigem Optimismus entgegen. Letztlich aber sei alles eine Frage des Umgangs mit dem CO2-Budget, findet er.
Herr Knutti, an der Klimakonferenz in Kopenhagen wird es im Dezember vor allem darum gehen, ob die Menschheit es schafft, dass sich die Erde im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter um nicht mehr als 2 Grad erwärmt. Aus der Sicht des Klimaforschers: Wie realistisch ist dieses Ziel?
Reto Knutti: Das ist nicht primär eine Frage der Klimaforschung, sondern der Politik. Es gibt Szenarien für eine Wirtschaftsentwicklung, die aussagen, dass die 2 Grad möglich sind. Es ist allerdings ein äusserst ambitiöses Ziel. Ob wir es erreichen, ist im Wesentlichen eine Frage des Willens und der Bereitschaft, Geld zu investieren. Es gab in der Vergangenheit Beispiele, wo man ähnliche Ziele erreichte. Das Ozonloch etwa bekam man mehr oder weniger in den Griff, wobei das wesentlich simpler war, als das Klima zu retten. Man konnte einfach Kühlschränke mit anderen Kühlmitteln bauen. Beim Klima hingegen sieht es im Moment eher düster aus. Man hat das Gefühl, dass der politische Wille nicht da ist. Es gibt zu viele partikuläre Interessen, und es geht um Geld und Macht. Dazu kommt die heikle Frage, um wie viel die einzelnen Länder ihren Ausstoss reduzieren müssen.
Optimismus tönt anders.
Im Moment sieht es tatsächlich eher schlecht aus. Aber letztlich werden wir auch erst in 50 oder 100 Jahren wissen, was die Massnahmen, die allenfalls in Kopenhagen beschlossen werden, tatsächlich gebracht haben. Es ist nicht alles verloren, wenn die Verhandlungen in Kopenhagen scheitern. Falls ein oder zwei Jahre später die richtigen Entscheide gefällt und umgesetzt werden, dann ist es immer noch möglich, das Ziel zu erreichen. Kopenhagen entscheidet nicht über Untergang oder Weiterleben. Wichtig ist, wie wir langfristig mit unserem CO2-Budget umgehen.
Das heisst?
Wenn wir die 2 Grad erreichen wollen, dann haben wir weltweit nur noch eine bestimmte Menge CO2 zugut, die wir ausstossen dürfen. Für die Zeit zwischen den Jahren 2000 bis 2050 sind das rund 1000 Milliarden Tonnen CO2. Sollte es nun in Kopenhagen zu keiner Einigung kommen, so bedeutet das, dass wir weiterhin viel von diesem Budget «aufbrauchen» und später den Gürtel entsprechend enger schnallen müssen. Wenn wir früher mit Sparen anfangen, haben wir später noch etwas mehr übrig. Je länger wir warten, desto schwieriger wird es, mit dem Rest noch auszukommen.
Um bei Ihrem Bild zu bleiben: Wenn ich lange Zeit viel Geld zur Verfügung habe, dann fällt es mir doch umso schwerer, wenn ich plötzlich nur noch ganz wenig ausgeben kann.
Genau. Wenn ich Ende Januar die Hälfte meines Jahresbudgets ausgegeben habe, dann habe ich spätestens Ende Jahr ein ernsthaftes Problem. Aber es gibt nicht einen bestimmten Stichtag im Februar, an dem ich sagen muss: «Jetzt bin ich verloren», sondern es wird einfach graduell immer schwieriger, mit dem verbleibenden Geld auszukommen. Und genau so verhält es sich auch bei fossilen Ressourcen.
Die Aussage «Jetzt oder nie», die man im Hinblick auf Kopenhagen immer wieder hört, würden Sie also nicht unterschreiben?
Nein. Aber es ist klar, dass bei einem Nullentscheid in Kopenhagen die Situation immer schwieriger wird. Jedes Jahr, das wir zuwarten, bringt uns in eine verworrenere Situation, in der wir uns noch mehr anstrengen müssten, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. Unabhängig von den Zahlen hat Kopenhagen wie Kyoto aber auch Signalcharakter: wenn wir jetzt nicht beweisen dass ein internationales Abkommen grundsätzlich möglich ist, wird es fraglich warum wir auf eine Einigung später hoffen sollten.
Sind das nicht frustrierende Aussichten, wenn man tagtäglich mit dem Thema zu tun hat und weiss, was notwendig wäre?
Als Klimawissenchaftler kann man die Welt nicht retten. Wir können nur die Informationen liefern, damit Gesellschaft, Wirtschaft und Politik möglichst die besten Entscheidungen treffen können. Wenn unsere Informationen nicht ernstgenommen werden, dann ist das zwar frustrierend, aber wir können wenig dagegen machen. In diesem Sinne mache ich unter Klimaforschern weder Panik noch grosse Vorfreude aus. Wir sind nicht Greenpeace, die sich vor das Bundeshaus setzen und Aktivismus vorleben. Als Klimawissenschaftler sorge ich mich zwar um den Zustand der Umwelt, aber ich habe keine politische Agenda.
Professor Reto Knutti, 36, erforscht an der ETH Zürich Veränderungen im globalen Klimasystem, die durch den steigenden menschlichen Ausstoss von Treibhausgasen wie Kohlendioxid verursacht werden.
Mehr zum Thema Klimaforschung lesen Sie in der nächsten Ausgabe von BeobachterNatur. Das Heft ist ab dem 13. November am Kiosk erhältlich.
Stromlückenlose Verlängerung
Alles halb so wild? Ist die «Stromlücke», die uns die Stromkonzerne seit einigen Jahren einzureden versuchen, vielleicht gar nicht so schlimm? Der Verdacht keimt auf, wenn man das Communiqué der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Ständerats über ihre Beratungen zu einer «Strategie für Grosskraftwerke» liest. Die Stromproduzenten, so heisst es in der Mitteilung vom 6. Oktober, erachteten «die Frage der Stromlücke und damit der Versorgungssicherheit als weniger dringlich als bisher angenommen und also auch den Bau von Gaskombikraftwerken».
Wie war das gleich noch mal? Hat nicht Alpiq-Chef Giovanni Leonardi schon vor drei Jahren in der «SonntagsZeitung» gewarnt, die bestehenden Kraftwerke könnten «die Nachfrage in Spitzenzeiten nur knapp und bald gar nicht mehr decken»? Erklärte nicht BKW-CEO Kurt Rohrbach Mitte 2008 im «SonntagsBlick», mit Stromausfällen müssten wir «jetzt schon rechnen»? Und stiess nicht Axpo-CEO Heinz Karrer vor knapp vier Monaten in der «Handelszeitung» noch einmal ins gleich Horn, als er drohte, schon im nächsten kalten Winter könnte der staatliche französische Energiekonzern EdF unter Umständen den Atomstrom-Hahn für eine gewisse Zeit abstellen?
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Strombosse erachten die «Stromlücke» weiterhin als «unbestritten» (Karrers Mediensprecherin Anahid Rickmann), glauben, dass sie «weiterhin besteht» (Leonardi) und sehen «drastische Versorgungsengpässe» (Rohrbach). Das zeigt eine kurze Umfrage bei den Medienstellen.
Was auf den ersten Blick als Kehrwende erscheint, entpuppt sich demnach bei genauerem Hinsehen als argumentative Wegbereitung für etwas ganz anderes: Die AKW-Betreiber versuchen, das Terrain für eine Verlängerung der Laufzeiten ihrer Atommeiler zu ebnen. Die ständerätliche Kommission, so heisst es in deren Communiqué nämlich weiter, habe «mit Interesse» von der Einschätzung der Stromproduzenten Kenntnis genommen, «dass die ersten Kernkraftwerke nicht wie bis anhin angenommen 2020 vom Netz gehen sollen, sondern erst fünf Jahre später». Konkret: Beznau I (Inbetriebnahmen 1969), Beznau II (1971) und Mühleberg (1972) sollen noch länger als bisher kommuniziert in Betrieb bleiben – wobei bei Mühleberg der Entscheid für eine unbefristete Betriebsbewilligung über das Jahr 2012 hinaus noch nicht einmal gefällt ist.
Dass es sich durchaus lohnt, mit der Drohung einer «Stromlücke» eine Verlängerung der Laufzeiten zu erstreiten, zeigt eine Berechnung der Landesbank Baden-Würtemberg. Sie hat kürzlich gemäss der «Süddeutschen» errechnet, wie hoch die zusätzlichen Gewinne der drei AKW-Betreiber Eon, RWE und EnBW wären, könnten diese ihre 17 Nuklearmeiler zehn weitere Jahre laufen lassen. Das Resultat: 18 Milliarden Euro (rund 27 Milliarden Franken).
Wie sagte doch gleich der ehemalige deutsche Umweltminister Jürgen Trittin im Beobachter: «Alte Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen.» Da wundert sich niemand mehr, wenn Schweizer AKW-Betreiber schon mal in der kleinen Kammer etwas antichambrieren.
Eis schmelzen leichtgemacht, die Fortsetzung
Die Eisblockwette auf dem Berner Waisenhausplatz ist zu Ende, das Resultat steht fest: Vom 1-Tonnen-Block, der in einem nach Minergie-P-Standard isolierten Häuschen seit dem 12. August vor sich hinschmolz, sind 60 Kilogramm Eis geblieben. Ein identischer Block in einem schlecht isolierten Häuschen war bereits am 28. August verschwunden. Den Abschluss der Aktion, die für den Minergie-P-Standard bei Bauten werben und gleichzeitig die Bevölkerung für Klimaschutz sensibilisieren sollte, bildete eine wenig klimafreundliche Wägeaktion: Mit einer an einem Kranwagen angehängten Waage wurde das Gewicht des verbleibenden Eisblocks gewogen.
Auf nicht eben klimafreundliche Weise – per Helikopter – war am 12. August auch ein Eisblock auf den Triftgletscher transportiert worden. Das Resultat: Nach rund 71 Stunden hatten laut Webseite «lausbübisches Handanlegen» und die «brennende Sonne» dem Spuk den Garaus gemacht.
Nun machen die Organisatoren aber klar, dass sie sich von solchen Misserfolgen nicht von ihrem Plan abbringen lassen: Am 9. September, so kündigen sie auf ihrer Webseite an, werde auf dem Grindelwaldgletscher die nächste Wette gestartet. Auf dass weiter im Namen des Klimaschutzes Eisblöcke in der Gegend herumgeflogen werden.
Eine Friedensnobelpreisträgerin «up in arms»
Ein rotes Tuch für Diktatoren, ein Vorbild für Millionen Menschen: Die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai hat ein Leben lang in Afrika für Umweltschutz und Menschenrechte gekämpft – und dabei weder den Humor noch die Hoffnung verloren. Eine Begegnung mit einer Kämpferin.
Die Professorin für Biologie an der Universität Nairobi gründete Mitte der 70er-Jahre gemeinsam mit anderen Frauen das «Green Belt Movement», die «Grün-Gürtel-Bewegung»: Mit der Verteilung von Baum-Setzlingen versuchte sie, die Probleme im ländlichen Kenia zu bekämpfen: Lebensmittel- und Brennholzknappheit, Wassermangel und Rivalitäten aufgrund fehlender oder mangelnder Ressourcen. Die Bewegung entwickelte sich trotz Rückschlägen rasant und ist heute in weiten Teilen Afrikas bekannt: Rund 40 Millionen Bäume wurden in den vergangenen 30 Jahren dank dem «Green Belt Movement» gepflanzt.
Maathais Organisation war jedoch schon in den frühen Jahren weit mehr als eine Umweltbewegung: Mit ihrem Einsatz für Meinungsfreiheit und Demokratie war sie eine unerschrockene Herausfordererin für den kenianischen Diktator Daniel arap Moi. Mehr als einmal wurde die Kämpferin für Umweltschutz und Menschenrechte deshalb von Schergen des Regimes zusammengeschlagen und verhaftet.
Maathais Engagement fand jedoch schon bald weltweit Resonanz. Die Professorin ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, darunter auch die prestigeträchtigste überhaupt: 2004 wurde Wangari Maathai mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.
Stiller ist sie dadurch nicht geworden, im Gegenteil. Sie habe «immer noch ständig Probleme», erzählt sie und amüsiert sich köstlich darüber: «Wenn die Regierung Bestimmungen erlässt, die für die Umwelt schädlich sind, dann sind wir “up in arms” – natürlich nicht im wörtlichen Sinn!».
Lesen Sie dazu das Interview mit der Friedensnobelpreisträgerin in BeobachterNatur 3/09.








Der französische Autobauer Peugeot beglückt die Welt in diesen Tagen mit einem ganz besonderen Ereignis: An der «Peugeot Umweltmeisterschaft» sollen acht Zweierteams in je einem Peugeot 308 HDI FAP 110 mit 60 Litern Benzin von Saarbrücken nach Barcelona fahren. In der katalonischen Hauptstadt wird dann auf einem abgesperrten Rundkurs gefahren, bis der Tank leer ist. 60 Liter Benzin auf 1156 Kilometer, das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern pro 100 Kilometer. 
