«Dreckiges» Uran in Schweizer AKWs – noch bis 2020

In zwei Schweizer AKWs kommen Brennelemente zum Einsatz, die wiederaufbereitetes Uran aus der hoch verseuchten russischen Atomanlage von Majak enthalten – und dies entgegen anderen Beteuerungen noch mindestens 10 Jahre lang.

Atomanlage Majak

Jahrelang gab sich die Axpo unwissend. Man habe keine Hinweise darauf, woher das Uran stamme, das in den Brennelementen der AKWs Beznau und Gösgen (an dem die Axpo zu 37 Prozent beteiligt ist) eingesetzt wird. Auch in der «Umweltdeklaration», die die Axpo 2008 für Beznau erstellen liess, ist nichts Konkretes zu finden.

Anfang September jedoch musste Axpo-CEO Manfred Thumann in der «Rundschau» eingestehen, «dass ein Teil des Urans leider auch aus Majak kommt». Und «Majak» ist nicht nur eine Stadt im Ural mit einer Wiederaufbereitungsanlage für Uran, sondern auch Synonym für eine der am stärksten verseuchten Gegenden der Welt. 1957 war in der dortigen Atomanlage ein Tank explodiert, die Lebens- und Arbeitsbedingungen sind katastrophal.

Der fragliche Liefervertrag für Brennelemente sei «praktisch erfüllt», erklärte Thumann in der «Rundschau» auf die Frage, ob die Axpo weiterhin wiederaufbereitetes Uran aus Majak beziehen werde. Nun zeigen Recherchen des Beobachters aufgrund eines offenen Briefs von Greenpeace, dass das nicht stimmt. Thumann habe sich bei seiner Aussage in der «Rundschau» einzig auf den Vertrag bezogen, der bei der Erstellung der Umweltdeklaration gültig war, räumt Axpo-Sprecherin Anahid Rickmann ein: «Bei diesem Vertrag ist die Lieferung der Brennelemente erfüllt.» Ein anderer Vertrag, der 2005 abgeschlossen wurde, läuft jedoch bis 2020 weiter. Vom russischen Vertragspartner der Axpo, dem Brennelemente-Hersteller TVEL, ist bekannt, dass er wiederaufbereitetes Uran aus Majak bezieht. Die Axpo erklärt nun, sie führe «andauernde, umfangreiche Abklärungen zur Herkunft des wiederaufbereiteten Urans».

Lesen Sie den Artikel auf beobachter.ch

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Über Thomas Angeli

Redaktor beim «Beobachter» in Zürich, Recherchetrainer
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Eine Antwort zu «Dreckiges» Uran in Schweizer AKWs – noch bis 2020

  1. Arbeiter schreibt:

    So können die Russen Geld verdienen, um ihre Atomanlage erfolgreich zu sanieren. Chinesen, Inder, Iraner, Ostblöckler und andere Ausländer kaufen auch die WWER- Reaktoren der Russen und sind damit sehr zufrieden.
    Die Finnen haben keine Freude am EPR der Franzosen, weil die Baustelle nie fertig wird. Darum ist es möglich, dass auch wir Schweizer bei den Russen bestellen.

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