Pyrrhus parkiert

Hat nun der VCS nicht gewonnen? Oder haben Migros und OBI nicht verloren? Oder hat der Verkehrsclub ein klein wenig gewonnen und die beiden Grossverteiler haben fast nicht verloren?

Tatsache ist: Ab dem 4. Oktober müssen Autofahrerinnen und Autofahrer beim Shoppyland Schönbühl bei Bern Parkgebühren bezahlen. Es ist die Konzession, die der orange Riese und der Baufachmarkt an den VCS machen mussten, damit dieser die Einsprache gegen den neuen OBI-Fachmarkt und den Totalumbau des Shoppingcenters zurückzog. Ein kleiner Triumph für die Umweltorganisation, erreicht dank dem Verbandsbeschwerderecht.

Ein Triumph allerdings, der angesichts der nun verlangten Parkgebühren zu einem Pyrrhussieg verkommt. Ganze 50 Rappen für die ersten zwei Stunden verlangen Migros und OBI. Fünf Stunden kosten gerade einmal zwei Franken. Erst danach steigen die Tarife an, weil man kein Interesse an Langzeitparkierern hat. Die ursprüngliche Idee des VCS, durch kostenpflichtige Parkplätze den Gebrauch des eigenen Wagens unattraktiv zu machen und die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fördern, wird so ad absurdum geführt.

Wenn bürgerliche Politiker angesichts solcher Schlaumeiereien immer noch die Abschaffung des Verbandsbeschwerderechts fordern, so haben sie offenbar bloss noch nicht begriffen, wie leicht sich dieses aushebeln lässt.

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Über Thomas Angeli

Redaktor beim «Beobachter» in Zürich, Recherchetrainer
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