Alternativenergie: Bestechende Theorie, ernüchternde Praxis

BEOBACHTER-SERIE: Braucht die Schweiz ein neues AKW? (4; Ende)

Von Thomas Angeli
Beobachter 20/08

Ein sparsamerer Umgang mit Strom und erneuerbare Energien: Ideen und Projekte dafür sind in der Schweiz zuhauf vorhanden. Doch bei der Umsetzung hapert es – Stromproduzenten, Verbraucher und Politik sind gefordert.

Die sechs Männer, die in der Halle stehen, haben genau auf diesen Moment gewartet. Um ihren Auftrag erfüllen zu können, muss das Gebäude zuerst menschenleer und dunkel sein. Und an diesem späten Maiabend liegt das Hauptgebäude der Universität Zürich verlassen da. Einzig in den Treppenhäusern zeigen Signalisationen den Fluchtweg, und der eine oder andere Schaukasten ist beleuchtet, beim Eingang flackert ein einsamer PC-Bildschirm.

Die Männer horchen auf das kleinste Summen. Sie achten auf jedes Lämpchen. Sie machen sich Notizen, lesen Stromzähler ab und machen Fotos mit einer Wärmebildkamera. Der Zürcher Energiefachmann Conrad U. Brunner und Kollegen sind auf der Pirsch nach dem BoN, dem «Betrieb ohne Nutzung»: Sie suchen nach Apparaten, die laufen, obwohl sie nicht benötigt werden. Aufgrund von Tests und Berechnungen im Zürcher Uni-Hauptgebäude sowie an Dienstleistungsgebäuden in Thun schätzt Brunner den jährlichen BoN-Verbrauch der Schweiz auf rund fünf Milliarden Kilowattstunden. Das entspricht etwa acht Prozent des Schweizer Stromverbrauchs – oder knapp der doppelten Jahresproduktion des AKWs Mühleberg. «Da liegt ein riesiges Potential brach, das bisher einfach noch nicht erkannt wurde», schwärmt Brunner.

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Über Thomas Angeli

Redaktor beim «Beobachter» in Zürich, Recherchetrainer
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