Atomkraftwerke: Die Kosten werden schöngerechnet

BEOBACHTER-SERIE: Braucht die Schweiz ein neues AKW (2)

Von Otto Hostettler und Thomas Angeli
Beobachter 18/2008

Angeblich billiger Atomstrom ist vor allem ein Produkt geschickter Buchhaltung: Tatsächlich könnten die drei in der Schweiz geplanten neuen AKWs deutlich mehr als 20 Milliarden Franken kosten.

Ein Atomkraftwerk zu bauen ist keine Kunst. In weniger als 40 Stunden, so verspricht der staatliche französische Kraftwerkkonzern Areva, lässt sich die neuste Version des europäischen Druckwasserreaktors (EPR) zusammenbasteln. Das Papiermodell im Massstab 1:800, das auf der Areva-Internetseite angeboten wird, umfasst in der einfachen Ausführung 347 Teile auf sechs A4-Blättern.

Der als einfach gepriesene Bau entpuppt sich aber bald als mühsame Kleinarbeit. Das Kühlwasserpumpenbauwerk ist noch simpel. Richtig kompliziert wird es beim Notstromgebäude oder beim Brennelementbecken. Die versprochene Bauzeit, so viel wird nach ein paar Handgriffen klar, wird kaum einzuhalten sein.

Damit ist das AKW-Modell ein exaktes Abbild der Realität: In Finnland, wo Areva derzeit ein AKW baut, wurde beim Fundament schlechter Beton verwendet, es gab Probleme bei der Koordination des ganzen Projekts. Statt wie geplant im kommenden Mai wird das AKW wohl nicht vor 2012 in Betrieb genommen. Statt fünf Milliarden wird es nach neusten Schätzungen 7,5 Milliarden Franken kosten.

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Über Thomas Angeli

Redaktor beim «Beobachter» in Zürich, Recherchetrainer
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