Jürgen Trittin: «Alte Atomkraftwerke sind Gelddruckmaschinen»

BEOBACHTER-SERIE: Braucht die Schweiz ein neues AKW? (1)

Von Thomas Angeli und Otto Hostettler
Beobachter 17/08

Für den ehemaligen deutschen Umweltminister Jürgen Trittin ist klar: Neue Atomkraftwerke werden in Europa so schnell nicht gebaut. Mit den alten lässt sich nämlich mehr Profit machen.

Beobachter: Herr Trittin, als Umweltminister der Regierung Schröder haben Sie in Deutschland den Atomausstieg ausgehandelt. Jetzt diskutiert man den Ausstieg aus dem Ausstieg. Tut es weh, wenn das eigene Lebenswerk demontiert wird?

Jürgen Trittin: Da wird nichts demontiert, ich bin da ganz gelassen. Für eine Änderung dieses Konsenses braucht es eine Mehrheit des Deutschen Bundestags, und die sehe ich jetzt nicht.

Offensichtlich sind die Leute nicht bereit, im grossen Stil Strom zu sparen. Ist Kohle die Alternative zu Atom?

Nein, Kohle soll nicht die Alternative sein. Als wir den Atomausstieg beschlossen haben, gingen wir davon aus, dass 2010 insgesamt 12,5 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien stammen sollte. Damals lag dieser Anteil bei nur vier Prozent. Jetzt sind wir in diesem Jahr bereits bei über 15 Prozent. Die grosse Koalition geht inzwischen sogar davon aus, dass im Jahr 2020, also wenn fast alle AKWs vom Netz sind, 30 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Es wundert mich, dass nun Leute auf die Idee kommen, wir hätten in Deutschland ein Versorgungsproblem.

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Über Thomas Angeli

Redaktor beim «Beobachter» in Zürich, Recherchetrainer
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